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nestwärme Teilhaberin des Monats: Gertrud Dewald

„Für mich ist es ein Glück, bei nestwärme zu arbeiten“

Foto: Getrud Dewald mit Florian
Foto: Getrud Dewald mit Florian

Interview mit Gertrud Dewald, Leiterin der integrativen nestwärme Kita in Trier.

Seit wann bist Du bei nestwärme?

Ich bin seit September 2012 bei nestwärme. Zunächst bin ich zwei Monate mit erfahrenen Kolleginnen aus der ambulanten Intensivpflege unterwegs gewesen. Diese Arbeit hat mich sehr beeindruckt, mit welcher Hingabe und Wertschätzung die Kolleginnen den Kindern und ihren Familien begegnet sind. Es war auch äußert wohltuend, so offen und herzlich, sowohl von den Kolleginnen, als auch den Familien aufgenommen zu werden.

Wie bist Du zu nestwärme gekommen?

Durch eine wunderbare Begegnung mit den Gründerinnen Petra Moske und Elisabeth Schuh. Wir haben uns Anfang 2012 im beruflichen Kontext bei einer Besprechung kennengelernt und waren uns auf Anhieb sehr sympathisch. Bereits ein halbes Jahr vor dieser Begegnung war ich auf die Internetseite von nestwärme gestoßen, die mich sehr angesprochen hat, Zu dieser Zeit wollte ich mich beruflich verändern und dachte beim Lesen der Homepage, dass ich da wirklich gerne dabei wäre. Ich konnte mich direkt mit der Philosophie von nestwärme identifizieren.

Was waren Deine Stationen vorher?

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf im Saarland in der Nähe zu Frankreich und Luxemburg. Dort lebe ich heute auch wieder mit meiner Familie. Um heraus zu finden, ob ich im sozialen Bereich arbeiten möchte, habe ich 1978  in Saarbrücken, ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Schule für körperbehinderte Kinder absolviert. Von 1979-1983 habe ich in Düsseldorf gelebt und dort eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin gemacht. Im Rahmen dieser Ausbildung habe ich auch 1 Jahr in der geschlossenen Abteilung der Kinder-und Jugendpsychiatrie gearbeitet. Nach dieser Ausbildung war der Arbeitsmarkt für Erzieher nicht sehr offen, deshalb entschied ich mich für eine Umschulung zur Hebamme. Diese habe ich nicht beendet, da mein erster Sohn 1984 geboren wurde und dann 1986 mein zweiter Sohn. Noch während meiner Elternzeit,  begann ich mich weiterzubilden, um beruflich wieder einzusteigen. Im Saarland gab es die Möglichkeit eines Kontakt- und Aufbaustudiums Integrationspädagogik für Erzieher im Bereich Sonderpädagogik bei der Uni Saarbrücken. Während dieses Studiums begann ich in einer  ambulanten Frühförderung der Lebenshilfe, im Saarland zu arbeiten. Die ambulante Frühförderung betreut Familien mit behinderten, von Behinderung bedrohten und entwicklungsverzögerten Kindern. Insgesamt habe ich 12 Jahre in der ambulanten Frühförderung gearbeitet, davon habe ich 5 Jahre die Frühförderstelle geleitet - die letzten beiden Jahre parallel dazu auch eine integrative Kita. Berufsbegleitend habe ich, nach Beendigung des Integrationspädagogikstudiums noch eine Ausbildung zur Heilpädagogin abgeschlossen.

Durch eigene schwere Lebenskrisen (1983 ist meine Schwester bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und kurze Zeit später mein Vater an einer Krebserkrankung gestorben), sowie  die intensive Arbeit mit Familien in Krisen, wollte ich mehr über Familiensysteme wissen.
1995 begann ich eine Ausbildung in systemischer Familienberatung und Therapie, die 5 Jahre dauerte und sowohl beruflich wie privat eine großer Hilfe und  ein Gewinn für mich war. 2002 stieg ich für einige Monate aus dem sozialen Bereich aus um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass ich genau in diesem Bereich arbeiten  möchte.
Bevor ich 2012 zu nestwärme kam, arbeitete ich acht Jahre als Pädagogische Beraterin im SOS-Kinderdorf in Luxemburg. Der Schwerpunkt meiner Arbeit war dort die Begleitung und Beratung der Kinderdorfmütter, der Erzieher, sowie die Gestaltung der Besuchskontakte der Pflegekinder zu ihren leiblichen Eltern.

Was genau ist Deine Funktion bei nestwärme? Was ist Dein Aufgabenbereich? Was sind Deine Tätigkeiten?

Ich leite die Integrative Kinderkrippe und stehe den Pflegeteams zur kollegialen Beratung zur Verfügung. Meine Arbeit in der Krippe ist sehr vielfältig. Ich arbeite halbtags  in der Betreuung der Kinder mit, d.h. die pädagogische und pflegerische Betreuung. Zur Zeit arbeite ich gemeinsam mit Marlies Reuland in einer Gruppe, was eine echte Bereicherung ist. Marlies ist Kinderkrankenschwester mit viel Berufserfahrung, von ihr kann ich viel lernen.Außerdem mache ich die Aufnahmegespräche und einen Teil der administrativen Arbeit bei der Aufnahme von neuen Kindern. Ich begleite Elterngespräche gemeinsam mit den Kolleginnen, wenn es um die Entwicklung der Kinder geht oder auch bei Fragen, Wünschen oder Konflikten. Ich schreibe Entwicklungsberichte und gestalte gemeinsam mit Elisabeth Schuh und dem Krippenteam das pädagogische Konzept und sorge mit für dessen Umsetzung im Alltag. Ich halte Kontakte zu anderen Einrichtungen, Therapeuten, Institutionen und gestalte aktiv Netzwerkarbeit.
Im Rahmen der kollegialen Supervision gehe ich bei Bedarf mit in die Teams der ambulanten Pflege, um gemeinsam mit den Kolleginnen Lösungen für komplexe, schwierige Situationen zu finden.

Was war Dein schönstes Erlebnis bei nestwärme bisher?

Ich kann kein einzelnes Erlebnis benennen, ich kommen morgens richtig gerne zur Arbeit und für mich ist es ein Glück bei Nestwärme zu arbeiten!

Wie viele fest angestellte Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen, Krankenschwestern habt Ihr?

Insgesamt besteht unser Team aus zehn Mitarbeiterinnen:

3 Kinderkrankenschwester, eine Erzieherin und Kinderkrankenschwester, eine  Heilpädagogin BA, eine Diplom Pädagogin, zwei Erzieherinnen und eine FSJ, plus ich als Leitung (Heilpädagogin).

Foto: Getrud Dewald und ihr Team
Foto: Getrud Dewald und ihr Team

Wie prägst Du mit Deiner Ansicht das Team, den täglichen Umgang miteinander und mit den Kindern? Was ist Dir persönlich wichtig?

Mir liegt sehr am Herzen, dass wir die Kinder individuell wahrnehmen, besonders ihre Stärken. Was läuft gut? Woran erfreuen sie sich? Was macht ihnen besonders Spaß? Wie können wir ihre Umgebung gestalteten, damit sie sich bestmöglich entwickeln können? Was können wir dazu beitragen, dass ihr Nest warm ist und sie sich sicher fühlen?
Mir ist ein achtsamer und trotzdem offener Umgang miteinander wichtig. Die ganz Kleinen, die wir betreuen, sind in der Phase ihres Lebens, die sie am meisten prägt und in der sie am stärksten verletzlich sind. Sie ahmen uns in allem nach, wie wir sprechen in welcher Lautstärke, mit welchen Worten.
Sie lernen, ob wir verlässlich sind, ob das was wir sagen auch das ist was wir tun. Sie sind sensibel für unsere Grundstimmung: ist sie eher positiv und lebensbejahend oder klagen wir nur und sind unter Stress. Wir sollten uns über unsere innere Haltung zum Leben bewusst sein, wenn wir mit Menschen arbeiten.

Was gefällt Dir besonders an der Arbeit bei nestwärme? Was schätzt Du? Was ist anders?

Das, was ich oben beschrieben habe: den achtsamen, offenen  und wertschätzenden Umgang miteinander. Diesen Anspruch versucht nestwärme täglich zu leben. Außerdem gefällt mir die bunte Vielfalt von Menschen, das Unkomplizierte,  der unermüdlichen Einsatz für Familien von schwerstkranken Kindern, das Suchen nach Lösungen. Alles ist anders und unkonventioneller als das, was ich bisher im beruflichen Kontext erlebt habe.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem gesamten nestwärme Team? Gibt es Berührungen oder Überschneidungen zu anderen Bereichen bei nestwärme (ambulanter Pflegedienst, Hospizdienst, Beratung, ZeitSchenken)?

Da kann ich alles wiederholen, was ich in der vorherigen Antwort geschrieben habe. Mit Elisabeth Schuh und René Schäfer arbeite ich am engsten zusammen, die beiden kann ich jederzeit erreichen, sie unterstützen mich wo immer sie können. Mit Petra Moske tausche ich mich so oft es geht aus, da ich ihre Meinung und Einschätzung der Dinge sehr schätze.
Ute Stenkamp unterstützt die Krippe mit ihrem künstlerischen Können und beantwortet mir jederzeit alle Fragen. Mit den Kolleginnen aus der Intensivpflege gibt es durch die kollegiale Beratung engen regelmäßigen Kontakt.
Bei Personalnotstand in der Krippe, z.B. vor Weihnachten hat mich Sonja Groeger kollegial unterstützt und mir Kolleginnen aus der Intensivpflege geschickt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmal herzlich bedanken.
In der Krippe sind auch immer wieder Zeit- und Talentschenker aktiv, hier möchte ich besonders Wolfgang erwähnen, der uns immer wieder Sachen repariert und die Krippe regelmäßig mit neuer Farbe verschönt

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den kranken, behinderten Kindern?

Ich spüre keinen Unterscheid zu den nichtbehinderten Kindern. Wir spielen mit ihnen, trösten sie, kuscheln mit ihnen, wickeln sie und geben ihnen zu essen. Wir achten auf ihre individuellen Bedürfnisse.

Ohne Namen zu nennen, kannst Du sagen, welche Krankheitsbilder Ihr zB zur Zeit habt?

Wir haben ein zwei mehrfach schwerstbehinderte Kinder, davon hat ein Kind eine Magensonde. Dann betreuen wir noch zwei Kinder mit Down Syndrom, ein Kind mit Diabetes, zwei entwicklungsverzögerte Kinder und zwei Kinder mit Missbildungen an Extremitäten.

Wie profitieren die "gesunden" Kinder vom Umgang mit den kranken Kindern?

Sie lernen, dass Menschen unterschiedlich sind, ihre sozialen Kompetenzen werden im Alltag auf natürliche und unkomplizierte Art gefördert.

Was ist Dein Lebensmotto, Deine Philosophie, wenn Du ein/s/e hast?

Versuche immer die Möglichkeiten deines Denkens und Handels zu erweitern. Mir gefällt auch der Spruch: “Bevor du über einen Menschen urteilst, gehe erst mal 100 Meilen in seinen Schuhen.“

Was sind Deine ausgeprägtesten Eigenschaften, Deine Stärken?

Ich bin kommunikativ und kontaktfreudig, ich diskutiere gerne. Ich bin offen für Neues und risikobereit. Ich bin zuverlässig und  kann auch über meine Schwächen reden. Ich bin hartnäckig, wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Ich gestalte gerne - seien es Räume, Konzepte oder meinen Garten.

Was ist Deine persönliche Definition von NESTWÄRME als Gefühl, als zwischenmenschlichen Wert – was bedeutet NESTWÄRME für Dich?

nestwärme ist für mich eine Umgebung, in der ich mich sicher fühle mit Menschen, denen ich vertraue.